Kochen für Geeks

Wenn wir nach dem Klischee gehen würden, so ernährt sich der Geek von Pizza (wahlweise aus der Tiefkühltruhe oder dem Lieferdienst), Nudeln (in verschiedenen Formen wie zum Beispiel Macaroni mit Käse oder Ravioli aus der Dose), Burgern und Pommes wie sie in bekannten Fast-Food-Ketten angeboten werden oder andere ungesunde Mahlzeiten vom Imbiss. Das ein Geek richtig kochen würde, das ist für alle außerhalb der Subkultur ungefähr so abwegig wie Schnee im Sommer. Doch mit diesen Klischees möchte Jeff Potter mit seinem Werk „Kochen für Geeks“ aufräumen und gleichzeitig den kulinarisch nicht ganz so Begabten unter die Arme greifen, sie zu inspirieren und ihnen neue Möglichkeiten aufzeigen – ganz dem Untertitel „Inspiration & Innovation für die Küche“.

Das Buch ist dabei in 7 Kapitel aufgeteilt und beschäftigt sich Stück für Stück mit den Vorgängen in der Küche inklusive dem Grundverständnis für das Kochen. Gespickt wird es dabei durchweg mit unterschiedlich thematisierten Interveiws mit Berühmtheiten wie z.B. Adam Savage von den Mythbusters. Außerdem sind an jeder Stelle des Buches Kochrezepte verstreut die zum Nachmachen einladen. Dabei handelt es sich nicht um schwierige 5-Gänge-Menüs sondern Rezepte die auch nachgekocht werden können, wenn man sich bisher auf Fast-Food und Lieferservice verlassen hat. Diese sind sehr weit gefächert und beinhalten von Hefe-Waffeln zum Frühstück über Calamari-Crackers als Vorspeise, Maisbrühe als Suppe bis hin zu Enten-Sugo aus Confit als Hauptgang und 30-Sekunden-Schokokuchen oder Megs Chocolate Chip Cookies als Nachtisch. Das klingt nicht nur lecker sondern schmeckt auch und allein Rezepte wären in manchen Fällen bereits das ganze Buch. Doch nicht in diesem Fall und so werfen wir nun erst einmal einen kurzen Blick in die Kapitel.

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit den absoluten Grundlagen wie z.B. der Wahl des Rezeptes oder der Ernährung. Passenderweise heißt dies „Hallo Küche“, angelehnt an die übliche erste Zeile Code, die man beim Programmieren lernt, „Hello World“. Kapitel 2 initialisiert den Prozess Küche indem Ausstattung, Zubereitung und Organisation in selbiger erklärt wird. Dabei geht es sogar richtig in die Tiefen des „Betriebssystems“ indem das Dateisystem (die Küche) entrümpelt wird und der Desktop (die Arbeitsplatte) neu designt wird. Das nachfolgende Kapitel 3 beschäftigt sich dann mit den ersten „Codeschnipseln“. Geschmacksrichtungen und wie sie genutzt werden können wird hierbei thematisiert. Was “Umami” eigentlich ist und wie man gegen Bitterkeit ankommt sind nur zwei der Bereiche. In Nummer 4 wird sich Zeit und Temperatur angenommen, den Schlüsselvariablen des Kochens. Bei welchen Temperaturen geschieht was genau im Kochprozess? Dies wird in 6 verschiedenen „Schlüsseltemperaturen“ genau erklärt. Abschnitt 5 beschäftigt sich mit der Luft, genauer gesagt der Luft die u.a. produziert wird beim Backen. Die Wahl des Treibmittels ist hier die Frage. Kapitel 6 wird dann sehr experimentell und gewährt dabei sogar einen Einblick in die Molekulare Küche und verschiedene Chemikalien die zum Kochen verwendet werden können. Abgeschlossen wird das Buch mit Kapitel 7, der Hardware, wie z.B. dem Flüssigstickstoff oder dem Trockeneis. Auch mit solchen ungewöhnlichen Mitteln kann man die Küche von heute verfeinern und zum Erlebnis machen.

Jeff Potter liefert mit Kochen für Geeks ein Werk ab, welches eigentlich jede Person ansprechen könnte, jedoch durch die Schreibweise bestens für Geeks geeignet ist um Ihnen das Kochen und die Vorgänge näherzubringen. Dabei geht der Autor in genau passendem Maße auf die Feinheiten des Kochvorgangs und auf die Möglichkeiten, die sich einem mit ein wenig Fantasie und Interesse bieten, ein. Es wird nie langweilig und selbst die tiefgehenden Bereiche wie die Grundstoffe oder chemische Reaktionen werden dabei einem Chemie-Laien sehr gut vermittelt. Mir bleibt nur zu sagen, dass das Buch eigentlich ein Muss für jeden Geek ist, der die Vorgänge in der Küche besser verstehen und sich nicht mehr weiter nur von Tiefkühlkost ernähren will.

Hackerbrause – kurz & geek

Wer mich kennt oder auch ein regelmäßiger Hörer des Apfelklatsch-Podcasts ist, der weiß, dass u.a. das Getränk Club-Mate der Firma Loscher GmbH&Co.KG zu meinen Lieblingsdurstlöschern gehört. Was als “Sekt-Bronte” begann ist nun für viele eine Verbindung zur Hackerkultur. Die Autoren des Hackerbrause-Blogs, Sebastian Vollnhals, Jens Ohlig und Kathrin Ganz haben nun in Anlehnung an ihren Blog ein Buch im O’Reilly Verlag veröffentlicht, welches einen genaueren Einblick in die “Erfrischung für Geeks” bringt.

Das Buch ist, wie seinem Untertitel “kurz & geek” zu entnehmen, in die “kurz & gut”-Reihe des Verlages mit einzusortieren. Die ursprünglichen Titel unter dieser Beschreibung sind kleine Nachschlage-Referenzen, welche für jeden, der gerade eine kurze Erläuterung benötigt, schnelle Informationen in Taschenbuchgröße liefern – egal ob es sich dabei um den Linux-System- oder den MySQL-Datenbankadministrator, dem PHP- oder C++-Programmierer handelt. Doch “Hackerbrause – kurz und geek” Aff.-Link ist da anders. Es bietet keine Referenzen zu Schaltern einer Scriptsprache und keine Optionen einer Konfigurationsdatei, es möchte informieren über Hintergründe und Produkte.
Und so beginnt alles nach einem kurzen Vorwort von Bre Pettis und der Einleitung durch die Autoren mit der Geschichte der Hackerbrausekultur. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie die Club-Mate nach Berlin oder sogar in die USA kam, der wird hier, unterstützt durch ein Interview mit dem “Zeitzeugen” und (soviel sei vorweg genommen) “Schuldigen” Frederik “Freke” Over, die nötigen Informationen sehr schön verpackt vorfinden. Abgeschlossen wird das Kapitel mit Rezensionen zu einer handvoll Koffeeinbrausen, welche sich nicht in die typischen Kategorien wie EnergyDrink, Mate oder Cola einordnen, z.B. Skull, Volt Cola oder Cola Rebell. Doch das Koffein kein Vitamin ist sollte jedem bekannt sein und so werden im zweiten Kapitel die Wirkungen und Nebenwirkungen dieses Stoffes behandelt. Eine Liste der Pflanzen, die den Wachmacher enthalten, dessen Wirkungsweg und die Stärke bzw. Art, wie Koffein im Hirn seinen Dienst verrichtet und was Zucker mit alledem überhaupt zu tun hat, all das wird geklärt, mit Vorurteilen aufgeräumt, aber auch Nachteile, gerade aus Sicht der Ernährung, verdeutlicht.
Mit dem dritten Kapitel beginnt dann die Reise in die Tiefen der drei großen Brausen/Drinks – natürlich zuerst mit der Mate. Wo kommt die Mate her? Wie wird sie eigentlich richtig stilecht getrunken? Woher kommt die gute Club-Mate? Was ist 1337mate? Nach Kapitel drei könnt ihr alle diese Fragen beantworten. Ich persönlich war am meisten fasziniert vom eigentlichen Ritual, welches mit dem Trinken von Mate in Südamerika einhergeht, sehr fasziniert. Wie schon in Kapitel 1 runden Rezensionen zu den verschiedensten Mate-Brausen das Kapitel ab.
Nach dem Mate-Bereich darf natürlich nicht der Abschnitt Cola nicht vergessen werden und so wird in Kapitel vier von der bekanntesten Marke der Welt gesprochen. Aber nicht nur Coca Cola und dessen ursprüngliches “apothekarisches” Rezept, auch die marktbegleitenden Produkte aus deutschen Landen und deren Geschichte, wie Afri-Cola, Premium-Cola, Vita Cola oder Mischvarianten haben thematisch natürlich auch ihren Platz, so dass auch diese abschließend in ihren eigenen Testberichten in “Cola” Erwähnung finden.
So fehlt dann zur heiligen “Koffein-Dreifaltigkeit” nur noch die Energydrinks, welche im fünften Kapitel ihren Platz haben und Ursprünge, Mythen, Legenden und Sorten/Varianten genauer betrachtet werden. Beendet wird das Buch mit dem sechsten Kapitel “Hackerbrause DIY-Rezepte” und wer schon immer einmal wissen wollte, welche Cocktails und sogar Speisen sich mit Club-Mate zaubern lassen oder wie man Mate oder Cola selber zuhause herstellen kann findet hier die notwendigen Rezepte und Anregungen.

Hackerbrause – kurz & geek ist ein kleines aber feines Buch für jeden der Interesse an der Materie hat und dabei muss es sich nicht einmal auf Mate beschränken, wobei dies natürlich einen Großteil des Buches ausmacht. Ich bin in dem Buch über viele verschiedene Getränke gestolpert, von denen ich bisher noch nie gehört hatte, die ich aber nun auf jeden Fall in die Liste “Noch zu probieren” eingereiht habe. Was ich auf der einen Seite lobe muss ich jedoch auf der anderen Seite gleichermaßen als kleinen Rüffel anmerken. Die Rezensionen sind so gut wie komplett 1:1 auf der Homepage des Blogs zu lesen. Klar ergibt das keinen Nachteil für den Käufer des Buches, dennoch hätte ich mir da ein wenig Erweiterung für die zahlende Kundschaft gewünscht. So hat es doch leider ein wenig den faden Beigeschmack des einfachen Füllmaterials.
Das alles jedoch soll den Gefallen, den ich an dem Buch gefunden habe, nicht schmälern. Ich hatte sehr viel Spaß es zu lesen und konnte auch so viele Dinge, gerade im Hinblick auf die eigentliche Geschichte, noch dazulernen. Nur das Lektorat hätte ein klein wenig mehr auf die Rechtschreibfehler achten können.

Mein Fazit: Um das Buch zu lesen brauchte ich definitiv keine Hackerbrause um wach zu bleiben, zu abwechslungsreich und interessant war es. Dennoch ist es natürlich nur stilecht beim “Verzehr” des Buches auch eine leckere, eisgekühlte Club-Mate zu genießen.

Das Inhaltsverzeichnis findet Ihr hier und ein Teil des viertel Kapitels (der Abschnitt “About Cola”) kann hier im PDF-Format zur Probe gelesen werden. Prädikat: Schmackhaft!

1 Jahr Mac App Store – ein Fazit

Der Mac App Store wurde am 20.10.2010 auf der “Back to the Mac” angekündigt und schlußendlich am 6. Januar 2011 eingeführt und startete recht erfolgreich. So wurden laut Apple am ersten Tag bereits über eine Million Programme heruntergeladen (Quelle). Fast ein Jahr später waren es laut Apple bereits 100 Millionen Downloads und das sogar ohne die Zählung von OS X Lion und die Aktualisierungen von Apps mit in diese Statistik aufzunehmen (Quelle). Nun feiert der Store heute sein einjähriges Bestehen und ich möchte dies Grund zum Anlass nehmen, einen Blick zurück zu werfen.

Logo des Mac App Stores

Ich muss gestehen, ich war nicht von Anfang an dabei. Zum Start besaß ich noch einen Mac mit [[PowerPC]]-Architektur und so blieb mir der Zugang zu dem Store verwehrt. Dies sollte sich jedoch dann mit der Anschaffung des iMacs ändern und seitdem möchte ich auch die Möglichkeiten des MAS’ nicht mehr missen. Noch nie war der Einkauf von Applikationen so einfach. Bereits nach wenigen Klicks schlummert das Programm installiert auf der Festplatte und kann genutzt werden. Sollte ein Update bereitstehen ist auch dieses mittels simplen Klicks auf dem Weg auf die heimische Festplatte. Hinzu kommen die immer wieder auftauchenden Schnäppchen, die einem einen Appkauf schmackhaft machen sollen. Ich wurde so manches Mal schon dazu verlockt bei einem günstigen Angebot zuzuschlagen, welches ich wohl außerhalb des MAS nie wahrgenommen hätte. Auch Apple vertreibt inzwischen seine Software über den digitalen Weg auf den Mac, teils sogar exklusiv, wie es lange Zeit auch bei Lion der Fall war.

Die Frage ist nun: Hat sich mein Kaufverhalten durch die Einführung des Mac App Stores geändert? Die Frage kann ich definitiv mit “Ja” beantworten. Ich versuche in erster Linie eine Applikation über den Store zu beziehen, suche teilweise auch direkt im Store nach Stichworten um überhaupt eine App für meinen gerade gewünschten Zweck zu finden, bevor ich die Google-Suche bequeme. Und auch Preissenkungen muss ich mir nicht mehr entgehen lassen, denn diese kann man mit dedizierten Seiten und Programmen überwachen. Somit ist der Store für mich aus Anwendersicht ein voller Erfolg.

Wie habt ihr den Store im letzten Jahr erlebt? Ist er auch für Euch ein Erfolg? Oder habt ihr negative Erfahrungen gemacht?