Verstecken spielen

Man wird alt. Ok, ein wenig dramatisch ausgedrückt, also versuch ich es anders – man wird erwachsen. Ein Thema was in der letzten Gaming-Generation wohl eingeführt und seitdem von der einen Hälfte geliebt, von der anderen Hälfte gehasst wurde, sind die Trophäen (oder GamerScore, Achievments, etc., im folgenden nur Trophäen genannt). Ich hatte zu diesen kleinen, possierlichen, nutzlosen Tierchen schon immer ein recht gespaltenes Verhältnis.

Einerseits reizt ein wenig der Wettkampf gegen die Freunde aus dem PSN, es bringt einen zu vollkommen absurden Tätigkeiten in Spielen (gut, wenn man dadurch zusätzlichen Spaß hat) und/oder spornt einen selbst an das Spiel bis zum letzten Ende durchzuspielen. Andererseits bringt es einen dazu unnötig Zeit in Spiele zu investieren durch vollkommen absurde Tätigkeiten (schlecht, wenn man dadurch x Federn/Autos/Randomteile/etc. einsammeln muss, die das Spiel unnötig verlängern), “gezwungen” wird für einen uninteressante Online-Modi zu spielen oder einfach nur irgendwann an den Punkt kommt, an dem man gewisse Spiele einfach nur spielt, weil man dadurch leicht an Trophäen kommt.
Auf mich treffen wohl alle genannten positiven Punkte zu. Da war der Wettkampf, den ich mir eine Zeit lang mit einem Arbeitskollegen geliefert habe. Die absurden aber wirklich spaßigen Tätigkeiten in Spielen wie zB. in Burnout Paradise oder South Park. Oder auch einfach das komplette Durchspielen eines Spiels wie zB Back to the Future, welches ich sogar zweimal in meiner Trophyliste habe. Doch auch die Negativmerkmale treffen auch mich zu. Das unnötige Verlängern eines Spiels wie bei Heavy Rain, LA Noire oder Assassins Creed durch Sammeln von Gegenständen frisst unnötig Zeit, was eher für Frust statt Spielspaß sorgt. Online-Modi, die zwangsweise für Platin gespielt werden müssen, jedoch entweder absolut nicht meine Stärke sind wie bei Call of Duty oder auch einfach nach Zeitraum X abgeschaltet werden, wie bei NHL 10. Oder schlussendlich Spiele, die man nur wegen den einfachen Trophäen spielt, wohl die schlimmste Eigenschaft, die ich mir dadurch mitunter zugelegt hatte. Denn seien wir mal ehrlich, Hanna Montana? Oder Cabelas Adventure Camp? Oder Wonderbook? Auch da gab es Außnahmen, Heavy Fire: Afghanistan oder Terminator Salvation waren ein Spaß. Dennoch sind solche Spiele in der Mehrzahl eher Zeitfresser als Heilsbringer.
Schlussendlich ist es in meinen Augen nun mal zu einer Art Zwang geworden den Spielspaß nach hinten zu stellen und lieber auf die Platin hinzuarbeiten. Und damit muss nun Schluss sein. Ich möchte Spiele wieder erleben, mich an Ihnen erfreuen, mitgerissen werden – kurzum, ich möchte für die wertvolle Zeit, die ich damit verbringe auch einen Mehrwert erhalten. Ich muss mich im härtesten Schwierigkeitsgrad für die Platin durchsterben – no way! Ich mach es mir einfach, ich will Storys erleben, ich spiel Beginner! Ich muss Stunden/Tage/Wochen für irgendwelche Siege in Online-Matches investieren – no go! Ich spiel Multiplayer nur wenn es mir Spaß macht. Und ja, ich hol auch mal wieder ne Platin, aber nur für mich und nur wenn es mir Spaß macht!
Lange Rede, kurzer Sinn: Da Sony (vor einiger Zeit) das nette, kleine Feature eingeführt hat, die Trophäen zu verstecken, werde ich dies nun bei nächster Gelegenheit durchführen. Am liebsten wäre mir ja, wenn auch ich keinen Einblick mehr in die Trophy-Liste hätte, aber so kann ich sie wenigstens für alle anderen verbergen und mir somit keinen äußeren Druck einbilden.

Wie steht es denn da eigentlich bei Euch? Seid Ihr Verfechter dieser Achievements oder findet Ihr es eher die unnötigste Entwicklung der GamesBranche seit dem Patchvorgang? Mich würden die Meinungen hier interessieren.

4 Gedanken zu „Verstecken spielen

  1. Terael

    Ich seh das so, wie da wo du hin willst.
    Ich spiele Spiele eher als Genussmittel ohne Druck und ohne Zwang.
    Wenn ich dann an einem Spiel Spaß hab, dann versuche ich auch gerne mal die Platin Trophäe zu ergattern, sofern möglich. Und mit möglich meine ich ohne viel Multiplayer und zig Sammelgegenstände.
    Ich hab jetzt auch erst zwei Platin Trophäen verdient (Far Cry 4 und Dying Light). Beide aber aus Spaß am Spiel. Der sollte eh im Vordergrund stehen.
    Ich schau auch manchmal die Trophäen der Freunde an und Tausch mich mit denen aus, deshalb kommt es für mich auch nicht in Frage die Trophäen zu verstecken. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich glaub die Notifications kannst du sogar auf der Konsole ausstellen, so bekommst du beim erreichen einer Trophäe nicht mal was mit. ;)

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    1. Sven Beitragsautor

      Na, die Option such ich auf jeden Fall mal. ^^ Ich bin ein Jäger & Sammler, deshalb möchte ich der Versuchung entkommen und dementsprechend die Trophäen so gut es geht meiden. Immerhin, wenn ich sie verstecke, sehe ich sie selbst ja noch. Ist ja schon schlimm genug. ;)

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  2. Fernspieler

    Ich selbst war noch nie auf Achievements, Trophies oder ähnliches scharf. Ich mag es sowas nur, wenn es ein Add-On ist, das mich zu nichts zwingt. Und es mir ermöglicht echte Leistung mit Freunden zu vergleichen. Also wie Runden- oder Streckenzeiten in Rennspielen, gelöste Rätsel oder ähnliches in Adventures oder Abschüsse in Shootern.

    Wenn es Gamerscore automatisch gibt, stört mich das nicht, aber es löst keinen Anreiz aus. Einfach, weil ich oft den Skill nicht habe, der von einem Komplettlöser gebraucht wird. Ich variiere gerne mal Schwierigkeitsstufen, aber ein Spiel (egal welches) in einem Hardcore-Modus durchzuspielen, um ein paar Punkte oder einen Stempel oder eine Trophäe zu bekommen, bietet mir keinerlei Anreiz oder Mehrwert.

    Ich bin sowieso froh, wenn ich, einerseits aufgrund der großen Spieleflut bei Neuerscheinungen oder anderseits wegen des grade deswegen wachsenden Pile of Shame, mal ein Spiel in irgendeiner Stufe mit Spaß und ohne Zeitdruck einfach wegen der Freude am Spiel vollendet habe. Zuletzt haben mir das ganz ohne schlechtes Gewissen bloß Watch_Dogs und Assassin’s Creed Unity beschert. Selbst obwohl mich das Spiel an sich auch grade rückblickend immer noch maßlos begeistert, hatte ich bei GTA V zwischenzeitlich den Gedanken “Jetzt muss doch mal langsam mal das Ende kommen.” und als es dann soweit war, war ich trotzdem etwas wehmütig. Aber jetzt noch weiter lauter Nebenmissionen oder Online-Aufgaben nur wegen des Gamerscores zu machen, fiele mir im Traum nicht ein.

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    1. Sven Beitragsautor

      Danke für Deinen Kommentar. Wir hatten das Thema ja bereits einmal. ;) Grad die Möglichkeit echte Leistung mit Freunden zu vergleichen fehlt mMn fast immer bei Achievements. Die Trophäen fürs Durchspielen des Spiels – ok, akzeptiert. Nachfolgend haben wir dann aber die “Spiele das Spiel an Vollmond auf einem Bein und drücke dabei alle Tasten des Controllers mit dem kleinen Zeh” – kurzum Trophys, die eigentlich nichts mit Leistung zu tun haben sondern einfach mit einem besonderen Umstand oder einer besonders bescheuerten Entscheidung im Spiel. Und das ist ein Trend, der absolut unnötig ist. Die Entwickler wollen immer ausgefallenere Achievements erfinden, die aber eigentlich nur noch etwas mit Durchhalten (Online-Modi), dem xdrölfzigen Mal Durchspielen (In Schwierigkeit Leicht, Einfach, Mittel, Schwer, Bockschwer, Unmöglich) oder Glück (Richtige Taste zum richtigen Zeitpunkt gedrückt – Applaus) zu tun haben. Das mindert zwar einerseits nicht den Willen eine Platintrophäe zu erhalten, jedoch den Spaß daran, was dann jedoch wieder den Willen (inzwischen bei mir) mindert.
      Ich habe bei meiner neuen zukünftigen Konsole deshalb nicht nur die Anzeige der Trophys für andere deaktiviert, sondern erhalte ich auch keine Notification mehr, sobald ich eine erhalte. Ich versuche dem so gut es geht um nicht wieder einen Anreiz und in die Spirale zu kommen. Vielleicht überlege ich mir das für eine spezielle Auswahl an Spielen anders, bspw. South Park, welches ich nicht nur mit Spaß als auch mit Ziel der Platin gespielt habe. Vielleicht mach ich das mit dem zweiten Teil genauso. Das überlege ich mir aber dann noch.

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