ODA003 – Zeitver(sch)wendung




Was spontan eine Frage an mich selbst war wurde nun zum Podcast und so hab ich einfach mal kurz meine aktuellen Zeitprobleme im Allgemeinen und meine zeitlichen Probleme bzgl. meines digitalen Lebens im Speziellen in den Raum geworfen und hoffe nun auf eine ausufernde Diskussion mit Euch in den Kommentaren. Also, lasst mich nicht hängen, sondern drescht verbal mit Vorschlägen auf mich ein, so dass ich frisch gestärkt ans nächste Thema gehen kann.


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12 Gedanken zu „ODA003 – Zeitver(sch)wendung

  1. geheimratd

    Huh, Zeit…schlimme Sache. Das Problem ist natürlich, dass man sich zuviel Prioritäten setzt. Haste ja schon gesagt: Zocken, Arbeit, Sport, Freundin, Freunde, Familie etc. pepe.
    Hatte ich in einer langen Phase. Problem an der Geschichte ist, dass man zwar merkt, dass man Zeit “verschwendet”, aber man will es nicht wahrhaben, wofür. Man will alles unter einen Hut bekommen, sprich 7 Tage die Woche alles abfackeln, was geht. Glaub mir, funktioniert irgendwann nicht mehr. Die Vermischung von digital Life und Real Life ist zu stark geworden. Früher konnte man spontan agieren. Heute hilft eins: Koordination und aussortieren von Interessen. Du hast einen wichtigen Punkt quasi schon angesprochen:
    Du sortierst ja Leute aus deinen Timelines aus, die für dein Empfinden nicht mehr interessant genug sind. Klingt jetzt blöd, aber lies sich nicht besser beschreiben. Gleiches sollteste mal auf dein Real Life übertragen. Beispiel? Ok: Vor einem Jahr hab ich die 7 Tage nutzen wollen, um inner Band zu spielen, zocken, Freundin, Kino, Verein, Arbeit (natürlich), Freunde treffen, Bloggen. Du siehst, man will alles machen, weils ja irgendwie Spaß macht. Is aber nicht so. Führt zu Streß.
    Was hab ich also gemacht? Die 5 Tage Woche mich nur auf die Arbeit konzentriert. Auf der Arbeit, sofern möglich, ab und an ma die Timelines lesen. Mehr auch nicht. Abends dann nichts machen. Wochenende dann erst mal ein bis zwei Dinge widmen, an denen man hängt. Sprich: Freundin und eventuell den Sportverein. Jetzt kannste dir für die Arbeitswoche z.b. überlegen, was man nach der Arbeit eventuell noch mit der Zeit anstellen kann. Also nen Podcast, oder ma Bloggen oder eventuell ins Kino.
    Zusammengefasst:
    Räum alles auf, schau dir an, was dir nach der Arbeit an Nettozeit bleibt und schau dann, was du da so alles anstellen kannst. Beschränke es auf das, was dir wirklich wichtig ist und was dir am Herzen liegt.
    So ähnlich kannste das im digital Life machen. Twitter/App.net und gut ist. Der Rest mal beiläufig.
    Alles andere lässt sich prima mit Terminen lösen. Klingt bescheuert, gerade für Freunde, aber so kann man sich das Gefühl geben, die Zeit sinnvoll zu nutzen. :)
    Jetzt hab ich viel zu viel geschrieben….vielleicht hätt ichs auch innen Podcast packen sollen :P

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  2. Sven

    Klingt gut, was Du da so beschreibst. Ich werd das mal die nächsten Tage und Wochen beobachten. Vielleicht versuchen für gewisse Dinge feste Zeiten bzw. Tage zu setzen und das auch so umzusetzen, so dass für den Rest dann eben die anderen Tage bleiben und dies dann passend einteilen, so dass man dennoch alles genießen kann. Mal schauen wie weit ich damit komme. Schlimmer kann es auf jeden Fall nicht werden. :-/ ^^

    Grüße

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  3. misu

    hatte früher auch so einen stress und kam dadurch zu nichts. hatte dann versucht alles zu organisieren was auch nicht wirklich klappte. nun mach ich es anders, ich lese keine timeline nach, sollte ich was verpasst haben stört es mich auch nicht. feeds markiere ich oft alle als gelesen, hierzu muss ich sagen, dass mir da die hot funktion von fever sehr entgegen kommt. podcasts habe ich deutlich reduziert, höre nicht immer alles und habe viele gelöscht. ich schau in die inhaltsverzeichnisse und entscheide dann ob ich sie höre, nur kapitel oder ganz :)

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  4. Alex

    Bezüglich Timeline nachlesen:
    Bei app.net mache ich das, weil ich nur wenigen Leuten folge.
    Bei Twitter wäre das unmöglich, ich folge 203 Leuten… Also mein Tipp: Lass das Timeline Nachlesen sein :)
    Und wenn du in der Timeline nach oben springst, schau nicht auf das Display, dann siehst du nicht, was du alles “verpasst” hast :)

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  5. Sven

    Danke für die Meinungen zum Thema TL nachlesen. Ein Verzicht darauf kommt jedoch leider nicht in Frage, da dies für mich meine einzige “News-Quelle” ist, jedoch bin ich schon dabei auszusortieren und werde damit auch weiter fortfahren.

    Grüße

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  6. ein_Marco

    Moin Sven,
    ist ja wirklich immer wieder Thema Nummer eins bei mir. Der Job, die Freundin, die ADN und Twitter Timelines, meine Podcasts, meine privaten Projekte, Freunde, Bikerei, die Pferden – ach Gott, ich könnte so wohl noch eine ganze Weile weiter machen.
    Ich kann da meinen Vorschreibern nur beipflichten: angefangen habe ich bei den Timelines – ist zwar immer blöd, wenn man etwas nicht liest, aber manches ist wenn man es auch nur einen Tag später liest eh alter Käse. Sprich ich lese zumindest bei Twitter nichts nach. Bei ADN lese ich tatsächlich alles – die Themen sind da einfach zu interessant.
    Bei den Podcasts sortiere ich immer mal wieder um, ich habe zwar gewisse Podcasts, die ich einfach immer höre, auch wenn da mal eine “schwache Folge” kam – das ist mir egal, da ich meist die Podcaster an sich sympatisch finde. Ich habe eine kleine Kategorie von Casts, die ich immer in doppelter Geschwindigkeit höre – das sind dann auch meist die, von denen ich mich am ehesten trenne.
    Für die privaten Projekte habe ich z.B. ein, manchmal zwei feste Tage in der Woche – man schafft zwar nicht ewig viel, aber immerhin. Den Rest versuche ich so gut ich kann auf die restlichen Tage zu verteilen – schaue aber immer darauf, das vor allem Freundschaften und meine Freundin nie zu kurz kommen, das ist mir einfach zu wichtig.
    Ich glaube etwas allgemein gültiges findet man wohl kaum – wenn doch: her damit, ich will!

    Bis denne,
    ein Marco

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  7. Oliver

    Bezüglich Timeline: Ich bevorzuge Dienste wie ADN und Twitter vor Diensten wie Facebook, da sie weniger sozialen Druck erzeugen. Ich bin bei Twitter und ADN nicht gezwungen, die gesamte Timeline zu lesen. Es nimmt mir auch niemand übel, wenn ich nicht antworte oder nicht gleich antworte. Bei Facebook ist das vollkommen anders. Außerdem sortiere ich aus. Wer zuviel Blödsinn schreibt oder einfach nur langweiligen Kram fliegt weg. Bei Twitter funktioniert das sehr gut, indem man seine Timeline einfach mal in eine Liste stopft und den Leute entfolgt. Man merkt dann, was man in der Timeline vermisst.

    Bezüglich zwei Diensten: Ich lese Twitter nicht. Nachdem ich das ganze Piratenpack in eine Liste geworfen habe blieb da nicht mehr viel übrig. Ich kommuniziere allerdings mit realen Freunden auch eher per Mail oder iMessage, andere mögen da sicherlich stärkere Bindungen haben.

    Zeit an sich: Vieles ist abhängig von der Arbeitszeit. Wer etwa 9,5h Arbeitszeit im Tag unterbringen muss (mit Fahrzeit) und dann noch einkaufen muss, der halt 10,5h seines Tages verloren, im Worst case also 8:30-19:00. Davor und danach ist nicht mehr viel möglich. Aber nur zum Arbeiten leben wir nicht, sondern andersrum. Wer keine Dreiviertelstelle erhalten kann muss sich anders organisieren. Z.B. spätestens um 8:00 auf Arbeit erscheinen, dann kann man gegen 16:30 Feierabend machen. Außerdem leere Zeit nutzen. Und zwar nicht durch Smartphone, sondern in der U-Bahn ein Buch lesen oder gleich mit dem Rad zur Arbeit fahren, spart dann wiederum das Cardiotraining im Fitnesstudio. Also Win-Win ;).

    Den Abend nicht mit häuslichen Aufgaben zupflastern. Wenn ich Abends nach Hause komme sollten da nicht noch Katzenklo, Spülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner und Staubsauger auf mich warten. Wäsche am Wochenende waschen, möglichst den klassischen Großeinkauf am Wochenende machen, Spülmaschine immer gleich wieder ausräumen, damit sich keine Berge in der Spüle auftürmen, Katzenklo versuchen, jeden Tag zu machen. Das dauert dann nur zwei Minuten.

    Für größere private Projekte diese richtig planen, so wie man auch ein berufliches Projekt einplant. Am Wochenende z.B. 4h-Blöcke am mittag reinschieben. Aber dann nur das. Damit bleibt noch genug freie Zeit für Freunde.

    Und immer die Frage stellen: Muss ich das wirklich machen? Wenn die Antwort kein “Ja” oder “nein, aber es macht mich glücklich” ist, dann einfach aus dem Leben streichen. Das ist allerdings der komplizierteste Rat und ich versage auch ständig an diesem :).

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  8. Enno

    Ach ja, das Problem, auf das vermutlich jeder irgendwann trifft: zu viele Interessen für 24 Stunden. Ich kann das gut nachvollziehen und stoße beim Entdecken neuer Interessengebiete (Musik, Twitter, Sport, Bloggen) immer wieder an meine Grenzen. Oftmals versuche ich die fehlende Zeit durch Schlafentzug zu kompensieren, was aber auch nur über einen geringen Zeitraum funktioniert und nicht wirklich gesund ist.

    Eine Zeit lang hat mich das wirklich frustriert: man hat nur dieses eine Leben, dazu viele Interessen, hat aber nicht genug Zeit sie alle in Gänze zu verwirklichen. Irgendwann ist mir dann ein Artikel über den Weg gelaufen: “The Sad, Beautiful Fact That We’re All Going To Miss Almost Everything” (http://www.npr.org/blogs/monkeysee/2011/04/21/135508305/the-sad-beautiful-fact-that-were-all-going-to-miss-almost-everything). Kann ich nur jedem ans Herz legen.
    tl;dr: Es geht im Prinzip darum, dass es viel zu viele potentiell gute Erlebnisse gibt, als das man auch nur den Hauch einer Chance hat, sie tatsächlich alle zu erleben. Darum ist es wichtig, sich nur auf das Beste – nicht auf das Gute, *das Beste* – zu konzentrieren. In allen Lebensbereichen.

    Das bedeutet nichts anderes als radikales aussortieren. Alles halbärschige einfach verwerfen. Hobbys, Blogs, Podcasts, Freunde in sozialen Netzwerken und auch Real-Life-Aktivitäten. Alles, was du nicht unbedingt machen willst, lässt du sein. Dadurch hast du mehr Zeit für das, was dir wirklich wichtig ist.

    Das ist zugegebenermaßen nicht immer einfach, ganz im Gegenteil. Aber es führt dazu, dass du dein Leben letztendlich qualitativ hochwertig führst. Und was kann man mehr wollen?

    Ich hab in diesem Zuge u.a. beschlossen keinerlei Mainstream-Nachrichten (Fernsehen, Zeitung, auch Online-Magazine) mehr zu konsumieren. Einerseits macht es uns alle einfach kaputt (ein anderes Thema), andererseits ist es selten wirklich relevant. Ok, ich kann beim nächsten Kneipengespräch politikverdrossene Phrasen nicht mehr mit Ereignissen aus dem aktuellen Tagesgeschehen untermauern. Aber ist das schlimm? Ich habe auf jeden Fall im Gegenzug ein Stück Freizeit gewonnen, das ich sinnvoller verbringen kann als mich über Politik & Co aufzuregen.

    Außerdem habe mich bei einigen Aspekten von dem Bedürfnis verabschiedet bei jedem neuen heißen Scheiß stets on top zu bleiben. Das fängt dabei an, dass ich Timelines nicht nachlese. Was ich verpasse, verpasse ich halt. Halb so wild. Ich hab das Problem, was du mit mit den News hast, nicht, weil ich dafür RSS-Reader benutze. Wo allerdings auch nur Blogs landen, die mir regelmäßig einen Mehrwert bringen und ein möglichst geringes Signal-Rausch-Verhältnis haben. Deswegen habe ich auch keinerlei Tech-News- und/oder Gerüchte-Schleudern mehr abonniert, weil einfach zu viel Schrapel dabei ist. Alles, was wichtig ist, dringt sowieso über andere Kanäle zu mir durch.

    Die Einstellung, Inhalte nicht direkt nach ihrem Erscheinen konsumieren zu wollen, führt auch dazu, dass ich z.B. Podcast-Episoden wie diese hier erst höre, wenn eigentlich keiner mehr drüber redet. Doch das ist ok, das hab ich für mich entschieden und mir geht’s gut damit. Und mal ehrlich: mein Kommentar an dieser Stelle verliert nicht wirklich an Relevanz, nur weil er ein paar Tage zu spät kommt. Es kann sein, dass ihn weniger Leute lesen, aber das ist ok.

    Ist tatsächlich ein Thema, zu dem es viel zu sagen gibt. Das ganze hat Potential, auch sehr schnell ins Philosophische abzudriften, wie man hier vielleicht schon merkt.

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    1. Sven

      Wow, erstmal Danke für den ausführlichen Kommentar. Ich werde mir den Link auf jeden Fall mal zu Gemüte führen. Du triffst es eigentlich recht gut auf den Kopf, schwierig in der Umsetzung ist es dennoch. Aber ich werde wie gesagt den Link mal lesen und dann versuchen einige Dinge für mich zu abstrahieren. Es ist ja nun einmal so, die Zeit ist mitunter das Wichtigste was man hat – warum verschwenden mit Dingen, die einem dafür nicht wichtig genug sind?

      Grüße

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  9. Carsten

    Hallo Sven,

    ich war erst sehr skeptisch und habe diese Folge glaube ich 3 mal neuangespielt und sie dann gehört. Auch wenn es nur 10 Minuten sind, bin ich doch immer wieder auf etwas anderes aufmerksam geworden und musste stoppen.

    Aber mir und wohl auch vielen anderen, wie ich hier lese, geht es wie wie Dir. Die Zeit reicht einfach nicht mehr und man muss sich entscheiden was hinten runterfällt.

    Meine Twitter-Timeline verfolge ich schon lange nicht mehr. Seit ADN habe ich auch da gar keine Lust mehr zu. Zu viel Blödsinn und zu viel Schwachsinn kommt über Twitter rum. Und ich habe schon aufgeräumt!

    RSS ist seit Google Reader wieder stark im kommen habe ich das Gefühl, dass das Thema RSS doch wichtiger ist als so manch einer gedacht hat. Und bei knapp 200 Feeds ist das für mich schon wichtig. Natürlich fällt da auch einiges runter aber das meiste lese ich dann doch schon.

    Nun ja, ich wünsche Dir und allen anderen viel Glück beim Bewältigen der Informationsflut. Und ja, Podcast und Blog sind nun auch im RSS drin.

    mfgcb

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    1. Sven

      Hallo Carsten,

      erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin ja froh, dass Du Dir die Zeit dennoch genommen hast, Dir den Podcast anzuhören statt es einfach aufzugeben.
      Ich muss Dir recht geben. Twitter ist sehr weit nach hinten gerutscht bei mir. Seiten denen ich dort folgte sind wieder im Feed-Reader und so konnte ich mich mit beherztem Aussortieren von 190 auf 100 Followings herunterkürzen. Somit konnte ich mir an diesem Punkt wieder etwas mehr Luft schaufeln.
      Die Wünsche gebe ich gern zurück und hab dank für das Abo. ;)

      Grüße

      Antworten

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